vom 09.09.2011 - 11.09.2011

Erwartungsvoll und in grosser Vorfreude begaben sich 113 Personen, mit 2 Cars der Firma „Koch Reisen“ Giswil, auf die ersehnte Vereinsreise zur Hl. Bernadette nach Nevers. „Willkommen zu unserer Jubiläumswallfahrt – Schön, dass ihr da seid!“ so erklangen die herzlichen Begrüssungsworte unserer beiden kompetenten und wohl bekannten Reiseleiterinnen, Sr. Cäcilia Allenspach und Erna Langensand durch die Mikrophone der Reisecars. Diesem Willkommensgruss schlossen sich die beiden Chauffeure, „Wisi“ (Alois) Hofstetter und Peter Steuri gerne an. Den „himmlischen“ Segensgruss erteilte uns Pater Emmeram Stacheder aus Ingenbohl. Ihm oblag die geistliche Begleitung unserer Vereinsreise zur Hl. Bernadette. Gestärkt machten wir uns nun auf die 680 km Wegstrecke, die uns über Pratteln – Mulhouse – Besançon – Beaune – Autun – nach Nevers führte. Durch unterschiedliche Anreiserouten (diverse Einsteigeorte für die Mitreisenden) der beiden Cars begrüsste sich die grosse „Pilgerfamilie“ zum ersten gemeinsamen Wiedersehen beim Kaffeehalt in Pratteln.

Die Kathedrale von Autun

Bald hiess es: „Einsteigen bitte und Platz nehmen!“ Doch da gesellte sich in unseren Car ein „neuer“ Fahrgast dazu – der Präsident der Krankenpflegevereinigung, Renato Gollino. Nach herzlichem Willkommensgruss zeichnete er anhand einiger prägnanter Sätze aus der Chronikfassung die 80-jährige Geschichte der Krankenpflegevereinigung auf. 80 Jahre Krankenpflegevereinigung – darin begründet unsere Jubiläumswallfahrt! Anschliessend wünschte uns Renato eine angenehme Reise mit vielen spirituellen Impulsen bei der Hl. Bernadette in Nevers. Begleitet durch das Gebet des Rosenkranzes, geschichtlichen Informationen und unterhaltsamen Anekdoten erfreuten wir uns der Fahrt. Sicher und ruhig chauffierten uns Alois Hofstetter und Peter Steuri durch die herrlichen Naturschönheiten Frankreichs. Ein kurzer Mittagshalt unterwegs liess uns kulinarisch auftanken.

Und weiter gings Kilometer um Kilometer unserem Ziel – Nevers – entgegen! Über Landstrassen führte uns die Fahrt durch ländliche Gegend Richtung Autun. An Feldern, Wiesen und Wald, historischen Gebäuden, Schlössern, Burgen oder schmucken kleinen Dörfern und Weilern erfreute sich unser Auge. Beim Anblick der Weite der Felder rief Sr. Cäcilia enthusiastisch aus: „Oh, wenn ich nochmals jung wäre, würde ich Mais anpflanzen, einen grossen Traktor kaufen und die Felder bewirtschaften!“

Ankunft im Kloster Nevers

Der Zwischenhalt in Autun schenkte uns die Gelegenheit, die Kathedrale zu besichtigen, durch die Gässchen zu schlendern, oder sich zu einem gemütlichen Gläschen auf dem Hauptplatz zusammen zu setzen.

Glücklich trafen wir gegen 19.00 Uhr in Nevers, im Kloster, unserer Herberge ein. Nun hiess es: Zimmerbezug. Ja, das hiess in eine etwas „andere Welt“ einzutreten. In die Einfachheit des Klosterlebens – in das „Reich“ der Hl. Bernadette! Beim anschliessenden gemeinsamen Nachtessen fruchteten die Eindrücke des erlebnisreichen Tages in anregende und unterhaltsame Diskussionen. Mit einem stillen „Gute Nacht“ in der Kirche, am Schrein bei der Hl. Bernadette, rundeten wir unseren ersten Reisetag ab.

Der Leib der Hl. Bernadette aufgebahrt in einer Seitennische der Klosterkirche

Auf den Spuren von Bernadette

Die morgendliche Feier der Hl. Messe anderntags liess uns freudig beten für das anwesende Geburtstagskind Bernadette Amann (Sie feierte ihren 50. Geburtstag!) und ebenso einstimmen in die Spiritualität der Hl. Bernadette. Dieser Heiligen wollten wir nach dem Frühstück anhand einer Vortragsreihe „BEGEGNEN“ – Im Noviziat-Raum des Klosters führten uns 8 Lektorinnen in Etappen durch die Geschichte von Bernadette Soubirous und liessen uns so auf ihren Spuren durch ihr Leben und Wirken wandeln. Noch „näher“ waren wir Bernadette bei der anschliessenden Führung durch das Kloster, der Besichtigung ihres Zimmers und des Museums (mit dem Lehnstuhl, auf dem Bernadette gesessen hatte als sie starb), beim Spazieren zu ihrem Lieblingsplatz im Park bei der Muttergottes oder beim stillen Verweilen bei Bernadette in der Kirche. Ein „herzliches Dankeschön“ an die 3 Gruppenleiterinnen, die unverhofft als „Klosterführerinnen“ agieren mussten! Ihr habt die Herausforderung bravourös gemeistert!

Gestern und heute: die Krankenstation, in der Bernadette viele schwere Stunden verbrachte

Nach kurzer Siesta nach dem Mittagessen, wandelten wir, anhand weiterer Vortragsreihen, erneut auf den Spuren der Hl. Bernadette. Ab ca. 15.00 Uhr stand der Nachmittag zu unserer freien Verfügung. Stahlblauer Himmel, lachende Sonne und Hitzetemperaturen luden in gemütlichem und fröhlichem Beisammensein zum Durstlöschen und Eisschlecken ein. Ein Spaziergang über den Park zum Herzogspalast sowie an die Loire mit der imposanten Römerbrücke lockte ebenso, wie ein Besuch in der Basilika, wo soeben das Ave Maria von Gounod zu einer feierlichen Hochzeitsmesse erklang!

Erfüllt mit vielen bereichernden Eindrücken und Erlebnissen schlenderten wir zurück zum Kloster, wo bald das Nachtessen auf uns wartete. Mit dem Rosenkranzgebet an der Grotte bei Sonnenuntergang, liessen wir diesen wunderschönen Tag ausklingen.

Der Lehnstuhl, in dem Bernadette am 16. April 1879 starb

(Zu) früh schrillte der Wecker für die Tagwache, das Aufstehen, erneute Packen der Koffer und Einladen für die Heimreise am Sonntagmorgen. Bereits um 06.45 Uhr feierten wir, zusammen mit Pater Emmeram, unseren Abschieds-Gottesdienst. All unsere Sorgen und Nöte, aber auch Freuden und Hoffnungen konnten wir im Anschauen des Lebens von Bernadette Soubirous mit ihr teilen. Wir durften dieser Heiligen „BEGEGNEN“. Ihre Aussagen:

„Ich will keinen Augenblick leben, den ich nicht liebend verbringe! „
„Man muss ohne Mass lieben…!“
„Ich bin gemahlen wie ein Weizenkorn…“
„Ich werde niemanden vergessen…“


werden uns sicherlich nachhaltig und tröstend auf unserem weiteren Lebensweg liebevoll begleiten.

Herzliche Dankes- und Abschiedsworte richtete auch unser Präsident, Renato Gollino im Namen der Krankenpflegevereinigung an uns. „Schön war es bei Bernadette, diese Jubiläumswallfahrt war ein bereicherndes Erlebnis für uns alle!“

Bernadettes Lieblingsplatz: die Marienstatue im Garten des Klosters Nevers

Nach dem Frühstück hiess es um 08.15 Uhr erneut: „Bitte einsteigen!“ Winkend verabschiedeten wir uns von unseren Krankenpflege-Kolleginnen und -Kollegen, die in Privatautos weiter- oder zurück reisten. Unsere Fahrt führte uns auf der legendären Teilstrecke der Burgunder Weinstrasse „Route des Grands Crus“ Richtung Beaune, in die Hauptstadt der Burgunderweine. Malerische Winzerdörfer, Weinberge mit ihrem prägnanten Charakter sowie liebliche Hügellandschaften zogen an uns vorbei. Stets wurden die historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten informativ und unterhaltsam von unseren beiden kompetenten Reiseleiterinnen kommuniziert.

Der Zwischenhalt in Beaune liess sich auf vielfältige Art und Weise gestalten. Einerseits durch die Besichtigung des Hospiz „Hôtel-Dieu“. Dieses Armenspital, ehemaliges Krankenhaus in Beaune, ist das Herzstück der Altstadt. Heute wird ein Teil dieses Gebäudekomplexes als Altersheim genutzt, während der Rest als Museum besichtigt werden kann und einen interessanten Einblick in die Krankenpflege der Frühen Neuzeit gewährt. Andererseits konnte man den Charme der Burgunder Weinberge, z.B. durch den Besuch eines Weinkellers, entdecken. Das Probieren verschiedener Burgunder Weine war ein Genuss für weinliebende Kehlen! Natürlich waren das gemütliche Flanieren durch die malerischen Gässchen von Beaune, ein feines Mittagessen in einem der vielen einladenden Restaurants ebenso willkommene Alternativen, den Aufenthalt in dieser schönen Weinstadt Beaune zu geniessen.

Um ca. 13.30 Uhr hiess es für uns wieder einsteigen bitte zur Weiterfahrt über Besançon Richtung Schweiz. Den Zoll passierten wir, trotz Zitterpartie von Sr. Cäcilia ob dem zusätzlichen Reisegepäck in Form von Burgunder Weinflaschen, problemlos. Glücklich, dankbar und erfüllt mit vielen eindrücklichen, berührenden und unvergesslichen Erlebnissen verabschiedeten sich bereits die ersten Reisenden beim Z’Vierihalt in Pratteln. An allen weiteren individuellen Ein- respektive Aussteigeorten winkten wieder fröhliche Hände den Weiterfahrenden zu.

Nochmals ein herzliches „Danke schön“ gilt den Organisatorinnen, Sr. Cäcilia Allenspach und Erna Langensand. Diese Jubiläumswallfahrt der Krankenpflegevereinigung zur Hl. Bernadette nach Nevers wird uns nachhaltig, in unvergesslicher Erinnerung bleiben!

Für die Krankenpflegevereinigung
Jacqueline Rebmann